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Abdullah Wagishauser

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Abdullah Wagishauser wurde am 14. Januar 1950 in Neufrach/Salem am Bodensee als zweiter von drei Söh-nen einer katholischen Beamtenfamilie geboren. Seine Eltern zogen 1952 nach Bonn, wo er die Fachhoch-schule und später die Höhere Handelsschule besuchte.

Während der 68er gründete er mit anderen die Kommune I und II in Bonn und war einer der Initiatoren der ersten Drogenberatungsstelle in Bonn, Release e.V.. Er gab eine Szenezeitschrift mit dem Titel „Vollmond“ heraus, war aktiv in der APO (Außerparlamentarischen Opposition) tätig und arbeitete mit dem Liberalen Studentenbund Deutschland zusammen. 1970 trat er aus der Kirche aus.

Reise nach Indien

Aufgrund seiner intensiven Beschäftigung mit politischen und religiösen Fragen, begab er sich 1976 auf eine ausgedehnte Orientreise mit Ziel Indien, um den tibetanischen Buddhismus zu studieren. Indien erreichte er schließlich auf dem Landweg über den Iran und Afghanistan.

Dort vernahm er die Geschichte, daß Jesus in Kaschmir begraben sein solle, woraufhin er dessen Grab in Srinagar, der Hauptstadt des indischen Kaschmir am 24.12.76 besuchte. Gleichzeitig erfuhr er, dass seine Weiterreise nach Ladakh durch verfrühten Wintereinbruch und unpassierbare Pässe verhindert war. Er erfuhr bei seinem Aufenthalt in Srinagar von einer muslimischen Gemeinschaft, der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Qadian, einer kleinen Stadt im indischen Pandschab, etwa 40 km von Amritsar entfernt. Deren Begründer namens Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas sei der Hauptprotagonist und Verfechter jener These, daß Jesus die Kreuzigung überlebt habe, aus Palästina geflüchtet sei, und gemäß des neutestamentarischen Auftrags, den „verlorenen Schafen des Hauses Israel“ zu predigen (Mt. 10:6) schließlich bis nach Kaschmir gelangt sei, um dort seine göttliche Mission zu erfüllen.

Wagishauser reiste daraufhin nach Qadian, wo er genau zum Zeitpunkt der traditionellen „Jährlichen Ver-sammlung“ dieser Gemeinschaft eintraf.

Der Frieden, den er dort empfand und die gelebte Spiritualität und Gerechtigkeit faszinierten ihn so sehr, dass er nach einem kurzen, aber eingehenden Studium des Islam, wie ihn die Ahmadiyya Muslim Jamaat lehrt, zum Islam konvertierte und um Aufnahme in die Ahmadiyya Muslim Jamaat nachsuchte.

Vorsitzender der deutschen Gemeinde

Zurück in der Bundesrepublik Deutschland richtete er sein Leben nach den islamischen Lehren aus. Er heira-tete eine Ahmadi-Muslima, mit der er nunmehr drei Kinder hat.

1979 wählten die ortsansässigen Gemeindemitglieder ihn zum Frankfurter Vorsitzenden der Jugendorganisa-tion der männlichen Ahmadi-Muslime zwischen 15 und 40 Jahren, der sogenannten Khuddam-ul-Ahmadiyya.

1982 wählte man ihn zum Vorsitzenden der Jugendorganisation für die Bundesrepublik Deutschland.

1984 schließlich wurde er zum A‘mier, d.h. Vorsitzenden der gesamten Gemeinde für die Bundesrepublik Deutschland vom damaligen Oberhaupt und 4. Kalifen eingesetzt und seither in allen dreijährig stattfinden-den Wahlen während der Schura, der beratenden Versammlung in diesem Amt bestätigt.

Unter seiner Herausgeberschaft sind mehrere Titel im Frankfurter „Verlag Der Islam“ erschienen, u.a. zur Rushdie-Affaire oder zur unter Beobachtung des Verfassungsschutzes damals stehenden „Islamischen Reli-gionsgemeinschaft Hessen“ (IRH).

Während seiner Amtszeit wuchs die deutsche Gemeinde auf etwa 35.000 Mitglieder an. Inzwischen gibt es 30 Moscheen der Gemeinschaft in Deutschland, darunter die vielbeachtete erste Moschee im Berliner Osten, zu deren Einweihung neben dem derzeitigen Oberhaupt und Fünften Kalifen der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Masroor Ahmadatba, neben mehr als 300 Ehrengästen u.a. auch Bundestagsvizepräsident Thierse und andere Bundestagsmitglieder anwesend waren.

Geschrieben von adherer

Juli 13, 2009 um 1:59

Veröffentlicht in 00 Ahmadiyyat-e-Islam

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